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Warum deine erste Seite ein Kracher sein muss!

 

Der Zug hatte Verspätung und dann war es wieder passiert.

 

Ich musste es tun.

 

Obwohl ich mir ein Verbot auferlegt hatte.

 

Aber ich konnte nicht anders.

 

Während ich auf den Zug wartete, stöberte ich in der Buchhandlung des Bahnhofs. Nur gucken, nichts kaufen! Zu Hause habe ich schließlich zu viele ungelesene Bücher liegen. Nur gucken! Pustekuchen.

 

Es wanderte in meine Hand, landete bei der Kasse und verschwand in meinen Rucksack.

 

Warum um Himmels willen konnte ich nicht widerstehen?

 

Weil ich der 2-1-3 Regel in all ihren Facetten erlegen war.

 

Du kennst die 2-1-3 Regel noch nicht? Hol es nach! In diesem Blogartikel erkläre ich sie. Du wirst dieses Wissen brauchen, wenn du weiterlesen willst:

 

Blogartikel: Vorlesen vernichtet deinen Text. Verhindere es bevor die nächste Lesung dich vernichtet

 

Wenn du es ebenfalls erreichen willst, dass Bummler in der Buchhandlung dein Buch kaufen MÜSSEN, dann hast du 60 Sekunden Zeit dafür.

 

Die wichtigsten 60 Sekunden eines Autors

 

Kaufpsychologie:

 

1. Der Kunde erblickt dein Buch. (weniger als 1 Sekunde)

 

2. Betrachtung des Covers. (ca. 5 Sekunden)

 

3. Umdrehen und Klappentext lesen. (ca. 30 Sekunden)

 

4. Buch aufschlagen und erste Seite lesen. (ca. 30 Sekunden)

 

 

Exakt diesem Schema war auch ich erlegen, als ich auf den Zug wartete.

 

Dieses eine Cover stach optisch hervor. Ich nahm es in die Hand.

 

Der Klappentext war vielversprechend. Es klang nach einer originellen Geschichte. Ich klappte es auf.

 

Der erste Satz und in mir kam Freude auf. Auf der Hälfte der ersten Seite stand die Entscheidung fest.

 

Für diesen Roman brach ich mein Verbot.

 

Was haben die ersten 60 Sekunden mit der 2-1-3 Regel zu tun?

 

Kurze Wiederholung der Regel:

 

Sie besagt, wie wir Information mit welcher Intensität abspeichern.

 

Der Anfang bleibt relativ gut im Gedächtnis, weil er der Auslöser war, warum wir uns überhaupt mit einer Sache beschäftigt haben (2).

 

Nicht selten gerät der Mittelteil in Vergessenheit, weil er die Überbrückung von Eingangsfrage zur Antwort ist (1).

 

Was wir Menschen wollen sind Antworten. Das Ende einer Information ist immer die Lösung einer Frage- oder Problemstellung. Antworten können unser Leben erhalten oder verbessern. Daher werden sie gründlichst in unser Hirn eingebrannt (3).

 

Fügen wir diese Regel in den Kaufprozess eines Romans hinzu.

 

Das Buch muss so gut oder ungewöhnlich gestaltet sein, dass es sich von den anderen abhebt. Es muss dir auf Anhieb ins Auge fallen.

 

Nur dann greifst du auch danach. Besteht das Cover auch bei näherer Betrachtung, dann bist du gewillt den Klappentext zu lesen.

 

 Spricht dich der Appetithappen auf der Rückseite an, dann wird die erste Seite geprüft.

 

Gefällt dir was du liest, UND NUR DANN entwickelst du den Wunsch es zu kaufen.

 

Dein Roman soll das auch können?

 

Wie wendest du dieses Wissen an?

 

Wenn du kein Selfpublisher bist, dann hast du wenig bis gar keinen Einfluss auf Cover und Klappentext. Was du aber machen kannst:

 

Eine verdammt gute erste Seite schreiben!

 

Wie du eine komplette erste Seite schreibst, die zum kauf zwingt, dazu am Ende mehr. Sehen wir uns zuerst das aller Wichtigste an.

 

Die ersten drei Sätze.

 

Warum ausgerechnet die ersten drei?

 

Ein Zitat von Stephen King hängt wie eine Zecke an meinem Hirn. »Ein Wort nach dem anderen.«

 

Das antwortete er auf die Frage, wie er seine Bücher schreibe. So banal, so genial.

 

Bevor wir uns jetzt die ersten Sätze anschauen, noch mal zurück zum Kaufdrang.

 

Vergeben wir für die 2-1-3 Regel »+« wenn uns etwas gefällt und »-« wenn nicht.

 

Fall 1 (+ - -)

Das Cover ist vielversprechend. Leider sagt der Klappentext nicht sonderlich zu und die erste Seite ist ebenfalls enttäuschend. Kaufen? Nein.

 

Über (+ + +) brauchen wir nicht sprechen genauso wenig wie über (- - -). Auch nicht über die Fälle, wo das Cover ein »-« erhält. Bücher die nicht in deiner Hand landen, die kaufst du auch nicht.

 

Fall 2 (+ + -)

Nach dem Cover ist auch der Klappentext interessant. Bei der ersten Seite allerdings musst du gähnen. Kaufen?

 

Vielleicht. Kommt darauf an was du vom Autor hältst und was du dir vom Buch erhoffst.

 

Fall 3 (+ - +)

Auffallendes Cover, aber öder Klappentext. Du liest dennoch die erste Seite und sie fesselt dich auf Anhieb. Kaufen?

 

Nicht garantiert. Nicht jeder Kunde hat die Muße in das Buch hinein zu schauen, wenn der Klappentext nicht ansprechend ist. Die fallen schon einmal weg. Und die, die dennoch die erste Seite lesen?

 

Nicht garantiert. Leser kaufen selbst Bücher nicht, die sich gut lesen lassen, wenn sie das Thema, Genre, etc. nicht mögen. Wenn der Klappentext kein Vertrauen aufbauen kann, werden die Kunden mit sich ringen, ob sie das Wagnis eingehen sollen oder nicht.

 

Jetzt aber wieder zu deiner ersten Seite.

 

Wie du in den vorigen Fallbeispielen siehst, hängt deine erste Seite stark davon ab, ob dein Buch gekauft wird oder nicht. Damit aber die erste Seite vollständig gelesen wird, ist wiederum abhängig von deinen ersten drei Sätzen.

 

Ganz im Sinne der Fallbeispiele:

 

Ist der erste Satz nicht gut, schwindet der Wille weiter zu lesen.

 

Ist der erste Satz gut, aber der zweite schwächelt, könnte der Kunde dennoch weiterlesen. Ausschlaggebend ist der erste Satz. Baut er genug vertrauen auf, gibt der Leser dem dritten Satz noch eine Chance. Wenn die Drei auch enttäuscht, schwindet der Kaufwunsch.

 

Sind Satz eins und zwei super, aber drei lässt nach, wird dem letzten wahrscheinlich verziehen. Gut möglich, dass der Kunde weiterliest.

 

Gut, der Kunde kauft dein Buch. Gratulation. Aber das ist erst der Anfang.

 

Vor, während und nach dem Kauf

 

Cover, Klappentext und erste Seite geben dein gesamtes Buch wieder.

 

Sie erschaffen eine Atmosphäre und Erwartungshaltung, an die sich der gesamte Roman messen muss.

 

Wird es nicht gehalten, schlecht. Wenn doch, gut. Wird es übertrumpft, perfekt! Wie kommst du zu letzteres?

 

Einfach gesagt: schreib ein verdammt gutes Buch. Ja toll, leicht gesagt. Wie ein ganzheitlich gelungenes Buch geschrieben wird, sprengt jeden Blogartikel. Aber sehen wir uns den Leseprozess an.

 

Fall 1 (+ - -)

Aufregender Start. Aber die Mitte ist lahm und das Ende eine Schande für jeden Autor. Wenn das Buch nicht schon bei der Hälfte zum Staubfänger wird, dann kommt es spätestens nach dem Ende in die Buchbörse. Da kann es ohne entsorgt werden zu müssen, aus dem eigenen Besitzt verschwinden.

 

Fall 2 (+ + -)

»Der Roman fing so toll an. Aber das Ende, es war einfach nur schlecht. Lese es nicht, wenn du nicht enttäuscht werden willst.«

 

Fall 3 (+ - +)

»Die Mitte war zäh, aber das Buch ist toll.«

 

Diese drei Fallbeispiele lassen sich auch nahezu identisch auf eine Trilogie anwenden. Nur beachte!

 

Jedes Buch welches bei einem Mehrteiler ein »-« bekommt, ist schuld daran, wenn der Folgeband nicht gekauft wird.

 

Merke: Gib mit deiner ersten Seite ein Versprechen, welches du auch halten kannst.

 

Jetzt ist es an der Zeit mein Versprechen einzuhalten.

 

Wie schreibst du eine fulminante erste Seite?

 

Wie dir das gelingt, bzw. ob es dir gelungen ist, zeigt dir die Spannungs-Analyse.

 

Was ist die Spannungs-Analyse?

 

Hier verrate ich es dir:

Lebe deine Leidenschaft (und abonniere meinen Newsletter),

 

dein Viktor

 

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