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Leseprobe

 

Prolog

 

»Mama, ich habe nur die Hälfte von ihnen getötet. Bist du stolz auf mich?«

Das Schwert in ihrer Hand vibrierte. Sie starrte auf die zwanzig toten Legionäre inmitten der Siedlung. Im Sand breiteten sich unter den Soldaten Lachen aus, die ebenso purpurn waren wie ihre Umhänge. Die Überlebenden erbleichten zu Statuen. Blutiger Sprühnebel färbte die Gesichter rosa und verrostete Mariams Lunge beim einatmen.

Keinen Fehler machen...keinen Fehler machen...ich muss stärker sein als er! Mariam erhob ihre Stimme. »Du wirst sie jetzt alle wiederbeleben. Einen nach dem anderen.«

Ihr Bengel schnaufte und verschränkte die Arme vor der Brust. »Nein. Die haben Cara getötet.«

Die Spielgefährtin ihres Sohnes lag mit gespaltetem Gesicht vor ihnen. Das Mädchen hatte sich mutig zwischen ihnen und den Soldaten gestellt. Mariam blinzelte die aufkommenden Tränen aus den Augen. Wie viele vor ihr, erlag Cara der Ausstrahlung ihres Sohnes. Bis heute wusste sie nicht, ob er sie versehentlich zu willenlosen Sklaven machte. Es musste so sein!

Mariam steckte ihr Schwert in die Scheide. »Tu was ich sage.«

Einen Schmollmund ziehend drehte er sein Gesicht so weit wie möglich weg von ihr. »Ich hasse sie.«

Sie legte eine Hand auf seinen Schopf. »Was sagte Opa immer?«

Seine verschränkten Arme lösten sich und er ließ sie herabbaumeln. Er prustete. »Liebe deine Feinde, sonst bist du schlimmer als sie.«

»Gut.« Sie klopfte ihm mit Druck auf den Rücken. »Muss ich es nochmal sagen?«

Wenn auch widerwillig, aber er stapfte davon. Anstatt auf die Soldaten, steuerte er auf Cara zu.

»Junge!« Ihre Stimme ließ ihn zusammenfahren. »Wir haben darüber gesprochen.«

Er drehte ab, ging an dem Mädchen vorbei und schlenderte zu den Legionären.

Mit jedem erwachenden Soldaten entfuhr ihr ein leichter werdender Atem. Nochmal gut gegangen...heute...und morgen? Vater, du bist zu früh gegangen. Die Welt braucht dich immer noch.

 

 

1. Kapitel

 

Wäre ihm der Tod auf den Fersen gewesen, dann hätte es für ihn keinen Grund zur Eile gegeben. Aber es war nicht der Tod. Vor ihm lag die Liebe. Also rannte er.

Albus nahm einen Umweg über den Dorfplatz und flitzte auf den Brunnen zu. Wie erwartet lungerten dort Calo und seine Jungs. Calo erblickte ihn und breitete seine Arme aus. »Ich wusste du kommst wieder zu…wie siehst du denn aus? Wem muss ich die Fresse polieren?! Jetzt bleib doch stehen! Was hast du da?«

Peperits Einwohner mussten beiseite springen. »Hey, guck wo du hinläufst, Schwachkopf!«

Strahlend preschte Albus an seinem ehemaligen Freund vorbei und wedelte mit einem eingerollten Pergament über seinem Kopf. »Ich habe es geschafft!«

Calo glotzte ihn an und ein Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus. Im Augenwinkel sah Albus ihn auf den Brunnen hüpfen und in akrobatischer Manier auf die Holzkonstruktion klettern. »Hört her, ihr edlen Schweinepriester und Fürstinnen von Kuhfladen! Heute ist ein großer Tag! Außer Weizen, Pferdeäpfel und in Weizen panierte Pferdeäpfel hat Peperit nun einen Helden darzubieten!«

Hinter Albus breitete sich rund um seinen alten Freund ein Tumult aus. »Runter da!« »Halt´s Maul!« Etwas flog durch die Luft. »Da hast du deine Pferdeäpfel.«

Im Sprint ließ Albus den Rummel hinter sich. Schweiß sammelte sich in seinen Augenbrauen und rann ihm über den Sonnenbrand im Nacken. Der Sommer hatte sie dieses Jahr früh und kräftig begrüßt. Zum Wohle seiner Haut und weil er keine weitere Sekunde zu verlieren hatte, nahm er eine Abkürzung.

Er huschte in einen schattigen Spalt zwischen zwei größere Hütten und konnte Amora von da aus bereits sehen.

Jetzt wird sie…jetzt muss sie…

Seine Mundwinkel ziepten, als stießen sie vor Glück mit den Ohrläppchen zusammen. Nur noch wenige Schritte, dann…Bamm!

Albus stürzte in eine schwarze Leere, gefolgt von wilden Träumen.

 

Ein stechendes Pfeifen weckte ihn.

Die Augen ließen sich nicht öffnen. Etwas hatte sie verschlossen und sein Körper brannte, als hätte er sich nackt in die Sonne gelegt. Bäuchlings lag er in…heißem Sand? Nein, in etwas anderem.

Stöhnend stemmte er sich mit den Armen auf und versuchte sich aufzusetzen. Doch die Ellenbogen knickten ein und er krachte mit dem Gesicht in den…Schnee?

 

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