T.I.M.E. Stories

Die Nervenheilanstalt

© SPACE Cowboys

Unterbrechung I

 

Julia

 

Er starrte sie mit Glotzaugen an, wie jeder ihrer Dates. »Donnerwetter!«

Sie mussten schreien, um sich verstehen zu können. Der DJ drehte den Bass auf, dass die Gläser vibrierten.

Julia knallte die Bierflasche auf den Tresen und hielt sich die Hand vor den Mund.

Ismaels Augen wollten ihm aus dem Gesicht ploppen. »Du hast ja einen Zug drauf, wie ein Kerl.«

Sollte sie das als Kompliment verstehen? Egal. Alles was sie brauchte war laute Musik, einen ordentlichen Pegel und Sex.

Letzteres glaubte er sich wohl noch erarbeiten zu müssen. »Cooler Schuppen. Bist du häufiger hier?«

Sie nickte.

»Assistentin im Labor sagtest du, richtig?«

Sein geheucheltes Interesse konnte er sich sonst wo hinstecken. Fachkraft für Sicherheit auf der Raumstation der T.I.M.E. Agency, hätte sie ihn am liebsten korrigiert.

Sie nickte.

»Voll interessant. An was arbeitest du gerade?«

Auf dem Tresen stand für beide ein Shot Wodka. Sie kippte ihn in den Nacken. »Gehorsamkeit.«

Der Charmeur lächelte. »Spannend. Und wie machst du deine Probanden Gehorsam

Wieder so einer. Julia würde nie verstehen was Männer an femininer Unterwerfung geil fanden. »Ich verpasse ihnen Stromschocks.«

Er verschluckte sich. »An Menschen?«

Schnell nahm sie einen weiteren Schluck. Scheiße, leer!

Da schlug er sich auf die Stirn. »Na klar, ich hab´s. Ratten. Wie dumm von mir.«

Natürlich Menschen, du Vollpfosten mit Penis. Nur letzteres spielte heute eine Rolle. Wenn sie die Wahrheit sagte, würde er so schlaff wie ihre Kraftreserven bleiben.

Ismael beugte sich näher zu ihr. »Erzähl mal, wie ist es so, im Labor?«

Smalltalk war ein Eisbrecher, aber die Titanic fuhr heute sicher. Also Schluss mit dem Gerede über Arbeit.

Früher war das anders. Vor ein paar Wochen noch hätte sie stolz über ihren Beruf erzählt, aber heute… »Langweilig. Immer wenn die was tun was sie nicht sollen, drücke ich auf einen Knopf. Und Schock.«

Zu viel! Sie hatte zu viel gesagt. Vor ihr sah Julia, wie sie krampfend zu Boden stürzten und schrien. »Fuck!«

»Wie bitte?« Ismael sah sie schief an.

Julia schloss die Augen und konzentrierte sich auf die Musik.

Ihr Date schien auf heißen Hoden zu sitzen. Er versuchte weiter das Eis zu brechen. »Ist das nicht auch ein bisschen aufregend, dieses kleine Machtspielchen?«

Wann hält der endlich mal die Fresse? Sie brüllte den Barkeeper an. »Zwei Wodka für beide.«

Da waren sie wieder, die Glotzaugen. »Oha, was haben wir vor?«

Julia verdrehte die Augen. »Hast du zu Hause Kondome? Sonst müssen wir zu mir.«

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Lebe deine Leidenschaft,

 

Dein Viktor

 

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